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Leica Reparaturen, Wartung und Kundendienst

Die Wartung und Reparatur einer Leica Kamera oder eines Leica Objektives über den herstellereigenen Kundendienst "Leica Customer Care" in Wetzlar ist sicher die beste Möglichkeit für ein hervorragendes Ergebnis.

Allerdings werden Leica Reparaturen nur "ganzheitlich" angeboten und durchgeführt, also immer mit einer generellen Durchsicht und Gesamtabstimmung verbunden. Das sichert optimale Qualität, erhöht aber auch Aufwand und Kosten entsprechend dem nebenstehend aufgeführten Umfang jeder Leica Wartung.

Leistungsumfang einer Leica Kamera Überholung
  • Reinigung und Überholung der Verschlussaufzugsmechanik
  • Reinigung und Instandsetzung des Multifunktionsrads
  • Reinigung des Hauptschalters und Zeitenrads
  • Justierung der Bodendeckelverriegelung
  • Ausbesserung der Gravuren
  • Erneuerung der Bodendeckelfolie
  • Instandsetzung der Sucheranzeigen

Neben der Leica Camera AG in Wetzlar (Leica Customer Care) gibt es verschiedene von Leica authorisierte Firmen, die nahezu jede Leica Kamera reparieren können. Allerdings ist aufgrund der Ersatzteilverfügbarkeit eine Reparatur eines klassischen Schraubgewinde-Modells deutlich schwieriger als bei den späteren Leica M-Kameras. Eine frühe Leica IIIa oder IIIb kann im Ankauf oder Unterhalt deshalb völlig unwirtschaftlich sein, wenn Reparaturen anstehen. Dagegen kann eine Leica M3 und M2 nach wie vor gut repariert werden, noch immer können Reparaturbetriebe auf teils neuwertige Ersatzteile der Leica Camera AG zugreifen. Die Preise dafür sind allerdings hoch.

Abbildung rechts: Neue Belederung einer Leica M3 – Originalersatzteile von Leica

Neben den vom Hersteller autorisierten Reparaturbetrieben gibt es spezialisierte Restaurateure, die Leica Kameras instandsetzen und warten können. Eine sehr schöne und gut erhaltene Leica erreicht durch die technische Überholung wieder einen tadellosen Gesamtzustand.

Leica Kameras gehören sicherlich zu den stabilsten und zuverlässigsten Kameras, die je gefertigt wurden. Sie sind als Gebrauchsgegenstände gebaut, die jahrelang funktionieren sollen. Und so arbeitet manche Leica M3 auch heute – nach über 50 Jahren – noch zuverlässig „wie am ersten Tag“. Sicherlich auch deswegen, weil für Leica-Fotografen eine regelmäßige Wartung ihrer Ausrüstung selbstverständlich war.

Eine gepflegte Leica wird über einen langen Zeitraum perfekt funktionieren und dieser Zustand kann durch einen Kundendienst bei Leica oder einem spezialisierten Reparaturbetrieb erhalten werden. Und somit auch der Wert einer klassischen Leica Kamera, für die heute noch hohe Preise beim Ankauf und Verkauf bezahlt werden.

Typische Auffälligkeiten bei Leica Kameras


Dejustierter Entfernungsmesser / Messsucher

Die Entfernungseinstellung über das Schnittbild im Messsucher der Kamera zeigt ein perfekt deckungsgleiches Motiv, aber die Aufnahmen sind nicht „auf den Punkt“ scharf. Während bei einer Spieglereflexkamera das Motiv durch das Objektiv in den Sucher eingespiegelt wird und somit die tatsächliche Schärfe bestimmt werden kann, kann der Schärfeeindruck beim Messsucher vom tatsächlichen Ergebnis abweichen. Das im Sucher sichtbare Bild entspricht nicht dem Blick durchs Objektiv. So sind Abweichungen möglich, die erst im Nachhinein bei der Filmentwicklung und Vergrößerung – oder bei den digitalen Leica Kameras mit Messsucher auf dem Kameradisplay – festgestellt werden. Da die Vorschau über das Kameradisplay recht klein ausfällt, fallen dem Betrachter Unschärfen meist erst bei der Bearbeitung am Computer auf.


Schrauben, Schraubenköpfe

Bei gebrauchten Leica Kameras sollte nach den Schraubenköpfen geschaut werden. Übereifrige Anwender versuchen sich manchmal an einer Reparatur ihrer Leica.
Meist bleibt es beim Versuch, denn eine Leica ist ein Präzisionsinstrument und überfordert manchen ambitionierten Bastler.
Zurückliegende Reparaturen bei Leica oder autorisierten Werkstätten hinterlassen jedenfalls keine zerstörten Schraubenköpfe.


Verschlussablauf

Wird bei einer mechanischen Leica-Kamera die Verschlusszeit auf 1/15 Sekunde eingestellt und ausgelöst, so muss der Verschlussablauf deutlich hörbar zu erkennen und zu unterscheiden sein:
  • Zunächst läuft der erste Verschlussrollo von links nach rechts über das Bildfenster bis ca. 2mm hinter den linken Rand.
  • Bevor der 1. Verschlussrollo seine Endstellung erreicht läuft der 2. Rollo „hinterher“, der Abstand zwischen beiden Abläufen wird durch das Hemmwerk reguliert.
  • Sobald die Bremswirkung des Hemmwerkes für das 2. Verschlussrollo beendet ist, bewegt sich das Rollo über das Bildfenster. Die Bewegungsenergie des 2. Rollos versetzt ein Räderwerk in Bewegung und erzeugt ein typisches Geräusch. In seiner Endstellung überlappt das 2. Rollo dann ein wenig das 1. Rollo.
  • Nach dem Ablauf beider Rollos wird das Hemmwerk durch eine Feder wieder in seinen Ursprungszustand versetzt („gespannt“), ein typisches „Nachgeräusch“ wird hörbar.

Zusätzlich sollte der Verschlussablauf beider Verschlussrollos mit der Zeiteinstellung 1 Sekunde (Referenzsekunde) durchgeführt werden. Die Verschlusszeit sollte regelmäßig ablaufen und auch mehrmals hintereinander gleichmäßig bei 1s liegen. Ein zögerlicher Zeitenablauf deutet auf eine Verharzung der Mechanik hin, hier ist die Schmierung nicht mehr in Ordnung.


Batterien, Batterieverfügbarkeit und Batterieumrüstung

Die Leica CL und Leica M5 und die Belichtungsmesser „LeicaMeter MR“ verwendeten früher die PX 625 / 1,35V-Batterien, diese waren quecksilberhaltig und werden aus Umweltschutz-Gründen nicht mehr angeboten. Alternativ können die aktuellen, quecksilberfreien 1,5V Batterien V625U verwendet werden. Die ansonsten erhältlichen 1,3 V Zink/Luftbatterien bewähren sich nicht, diese haben schnellen Spannungsabfall und dadurch entstehen unzuverlässige Belichtungsmessungen. Bei den meisten Kameras mit einem Belichtungsmesser mit Drehspulinstrument werden bei Verwendung von Batterien mit zu hoher Spannung (1.5V statt 1.35V) bis zu 3 Lichtwerte zu viel angezeigt.

Kameras bzw. Belichtungsmesser lassen sich auf die 1,5V Batterie umjustieren , so daß die 1,5V Batterien nicht zu Fehlbelichtungen führen.


Belederung

Eine spröde „Belederung“ gerät ins Bröckeln, das Vulkanit bricht mehr und mehr aus. Selbst für Leica Kameras wie z.B. die Leica M3 aus den 1950er Jahren sind noch immer Ersatzbelederungen beim Hersteller verfügbar.


Leica M-Objektivcodierung

Ältere Leica M-Objektive können jetzt für die digitale Fotografie optimiert werden. Die Objektive werden nachträglich mit einer 6-Bit-Codierung einschließlich neuer Markierungen am Bajonettring ausgestattet. Anhand dieser Markierungen erkennen digitale Leica M-Kameras den Objektivtyp und optimieren die Bildqualität. So können auch ältere M-Objektive mit ihrer charakteristischen Abbildungsleistung für die zeitgemäße Digitalfotografie genutzt werden.


Objektivjustierung

Bei der Herstellung werden alle Leica M-Objektive intensiv auf ihre Fokussiergenauigkeit getestet. Nach Jahren der Benutzung kann es zu geringfügigen Ungenauigkeiten im Fokussiermechanismus kommen, die in den meisten Fällen in einem Bereich unterhalb von 0,002 mm Abweichung liegen. Diese Ungenauigkeiten sind bei der Analogfotografie nicht relevant, jedoch bei der Digitalfotografie. Dank der brillanten Abbildungsleistung und der hohen Auflösung des Leica M-Sensors sind die Aufnahmen sehr kontrastreich und die Aufnahmen bilden selbst kleinste Details ab. So werden auch eventuelle Ungenauigkeiten bei der Fokussierung erkennbar. Aufgrund der geringen Schärfentiefe sind lange Brennweiten und Offenblenden für solche Ungenauigkeiten besonders anfällig. Durch einen speziellen Justierservice werden Leica M-Objektive an die hohen Anforderungen der modernen Digitalfotografie angepasst.


Sensorreinigung bei digitalen Leica

Im Lauf der Zeit sammelt sich auf dem Sensor von Digitalkameras unweigerlich Staub an.

Verschwommene dunkle Flecken werden auf den Bildern erkennbar, vor allem bei Verwendung kleiner Blendenwerte. Mit einem professionellen Sensorreinigungsservice wird der Kamerasensor entstaubt und gereinigt.

E02-Fehler bei Leica Minilux


Manche Leica Minilux Kameras zeigen einen "typischen E02-Fehler", der nach Einschalten der Kamera im Display erscheint (Fehlermeldung E02 im Display).
Das Problem ist bei vielen ähnlichen Kameras mit einem versenkbaren Objektiv bekannt (auch anderer Hersteller). Die Steuerung und Datenübertragung erfolgt über einen Kabelbaum (Elektronik) im Innern der Kamera, der unter der Belastung des ständigen Ein- und Ausfahrens des Objektives (z.B. beim Ein- und Ausschalten oder bei Zoombewegungen) gebogen und geknickt wird und letztendlich bricht.

Das Problem ist die Ersatzteilversorgung, die nicht mehr gegeben ist, und natürlich die fehlenden Werkstätten für analoge Kameras. Im Grunde wäre eine Leica Minilux mit E02-Fehlermeldung ein Totalschaden, aber wir haben mit einem Nicht-Original-Ersatzteil (aus China) inzwischen eine Reparaturmöglichkeit für die Leica Minilux gefunden. Hierbei wird der Kabelbaum ausgetauscht.

Wenn Sie also eine defekte Leica Minilux mit E02-Fehler im Display haben ist die Kamera noch nicht "verloren".