Flexbandbruch -der häufige Defekt bei klassischen analogen Kompaktkameras
Die Inhalte dieser Seite „auf einen Blick“:
Das "Flexband-Problem" bei analogen Kompaktkameras wie der Leica Minilux oder Contax T3 ist ein häufig auftretender Defekt. Dieser Defekt beschreibt einen Kabelbruch oder Wackelkontakt des elektronischen Verbindungsstrangs zwischen Kameragehäuse und dem ausziehbaren integrierten Objektiv. Fast alle klassischen Kompaktkameras aus den 1980er -2000er Jahren sind heute von diesem Problem betroffen.
Ein Austausch des Flexbandes ist die „Standardreparatur“ bei dieser Problemstellung. Die Reparatur behebt etwa 90% der Probleme dieser Kompaktkameras als „klassische Schwachstelle“. Daneben gibt es jedoch viele weitere Schwachstellen bei alten elektronischen Kameras wie beispielsweise die Oxidation von elektronischen Komponenten.
Alle "alten Kameras" haben somit eine "begrenzte Lebenszeit" und diese ist in aller Regel längst überschritten, die allermeisten aller klassischen Kompaktkameras haben heute mindestens einen (1) Defekt.
Eine Garantie für lange Funktionsfähigkeit ist eine Reparatur also nicht. Wir gewährleisten zumindest für die Arbeit des Flexbandtausches 12 Monate.
Analoge Kompaktkameras wie die Leica Minilux oder Contax T3 sind äußerst gefragte Modelle auf dem Gebrauchtmarkt und erreichen längst "Kultstatus", der sich auch in den hohen Preisen zeigt. Doch die teils "irrsinnig" hohen Preise, die heute aufgerufen werden, berücksichtigen selten, dass der Kauf einer solchen Kompaktkamera eher mehr Probleme als Freude bereiten kann. Im Zweifel gibt man sehr viel Geld für eine nicht mehr reparable Kamera aus, wenn Defekte auftreten. Und diese sind nicht selten, ca. 80% aller Leica Minilux zeigen nach der "Reaktivierung" nach langen Jahren des Nichtgebrauchs und der Lagerung bereits nach kurzer Zeit eine Auffälligkeit.
Das Problem ist bei vielen klassischen analogen Kompaktkameras mit einem versenkbaren Objektiv bekannt. Alle Hersteller und Marken sind betroffen: Leica, Contax, Nikon, Ricoh ... Bei diesen Kameras sind die Blende und auch die Verschlussmechanismen im Objektiv untergebracht. Die Steuerung und Datenübertragung vom Mainboard (Hauptplatine) im Kameragehäuse hin zum Objektiv erfolgt über ein elektronisches Leiterband, das so genannte "Flexband". Über die Jahrzehnte der Nutzung und Lagerung wird das Material spröde. Zudem lag das Leiterband über die Jahre der Nichtnutzung in einer bestimmten angewinkelten Position und wird nun durch den erneuten Gebrauch und der Belastung des ständigen Ein- und Ausfahrens des Objektives (z.B. beim Ein- und Ausschalten oder bei Fokussier- und Zoombewegungen) gebogen und geknickt, wodurch es letztendlich bricht oder zumindest einen Wackelkontakt zeigt.
Übrigens zeigen Kameras, die regelmäßig über die Jahre weiter in Gebrauch waren, diese Auffälligkeiten oft nicht. Eine Kamera, die regelmäßig über die Jahre benutzt worden ist, hat weniger Probleme mit dem Leiterband als eine Kamera, die die letzten 20 Jahre unbenutzt in der Schublade lag. Das liegt daran, dass das Kabel durch die Bewegung „geschmeidig" gehalten wurde und sich nicht über lange Zeit in einem bestimmten unveränderten "geknickten Zustand" befand.
Allein mit einem Ersatzteil ist es also nicht getan :-)
Um das Leiterband zu ersetzen muss die Kamera weitgehend "zerlegt" werden. Oben erkennen Sie die Komplexität einer solchen Flexkabel-Reparatur.
Unser Reparaturpartner hat aus jahrzehntelanger Werkstatterfahrung (noch) die Geräte aus der analogen "alten" Zeit und den Mechaniker, um Kameras weiterhin reparieren zu können.
Elektronische Fehler sind komplex. Auch wenn der „Hauptfehler“ behoben, also das Flexband getauscht ist, können weitere Defekte bestehen. Bei vielen dieser alten Kameras macht nicht (allein) das Flexband die Probleme, sondern die Fehler liegen „tiefer“. Die Mechanik insbesondere für Objektivauszug und Fokussierung ist auf kleinstem Raum untergebracht. Von Außen betrachtet sind kaum auffällige Deformationen am Gehäuse durch Fall- oder Sturzschäden für Probleme ausschlaggebend und beeinträchtigen die Funktion. Jede mechanische Blockade, die die ordentliche Funktion des Objektives stört, führt zu Problemen. Deformationen und Fallschäden sind in den meisten Fällen nicht zu beheben.
Ein Flexband-Austausch löst etwa 90% der Probleme einer analogen Kompaktkamera und ermöglicht die Funktion in den meisten Fällen.
Wie mit einem Herzkatheter beim Menschen wird die Funktion wieder erreicht, jedoch ist die Gesundheit grundsätzlich bereits angeschlagen, weitere meist altersbedingte Erkrankungen sind im Lauf der Zeit nicht ausgeschlossen und sogar zu erwarten und meist sogar bereits vorhanden. Der Flexbandaustausch behebt das Hauptproblem dieser Kamera, die Reparatur ist jedoch nicht "ganzheitlich".
Manche Kunden sind irritiert, wenn ihre Kamera zu einem späteren Zeitpunkt (erneut) ausfällt und beziehen ihre Reklamation auf eine fehlerhaft oder unzureichend ausgeführte Reparatur. Diese Denkweise ist falsch, weil unsere Reparatur das Hauptproblem eines einzigen wesentlichen Bauteils behebt. Selbstverständlich werden bei geöffneter und weitgehend für die eigentliche Reparatur demontierter Kamera auch weitere offensichtliche Probleme erkannt und behoben. Aber wie beim oben beschriebenen "Herzkatheder" können nicht gleichzeitig noch die "Gallensteine" diagnostiziert und operiert werden.
Vergleichen Sie unsere Leistungen mit einer Reparatur eines älteren PKW: Ein beauftragter Räderwechsel lässt offensichtlich abgenutzte Bremsscheiben erkennen und im selben Werkstattgang ersetzen, nicht aber die Lichtmaschine, die vielleicht demnächst Probleme machen kann. Klar ersetzen wir - bildhaft gesprochen - auch die erkennbar abgenutzten Wischerblätter in einem "Aufwasch", doch unsere Reparatur umfasst ausdrücklich keine Garantie, dass nicht weitere Probleme und Defekte "schlummern" oder auftreten werden.


